Die dreifach exzentrische (versetzte) Konstruktion ist für Ventile mit großem Durchmesser (DN1400) unverzichtbar und bewältigt die besondere Herausforderung des Dichtungsverschleißes bei Anwendungen mit hohem Durchfluss und hoher Schaltfrequenz. Die Dichtungsscheibe ist radial, axial und winklig versetzt, wodurch eine konische Dichtfläche entsteht, die sich während des Öffnungs- und Schließvorgangs vollständig vom Ventilsitz abhebt – so wird der Reibungskontakt für über 90 % der Bewegung vermieden.
In großen Wasseraufbereitungsanlagen, wo das Ventil zur Durchflussregulierung täglich betätigt werden kann, reduziert diese Konstruktion den Dichtungsverschleiß im Vergleich zu einfach oder doppelt exzentrischen Alternativen um bis zu 90 %. Die Scheibe berührt den Ventilsitz erst im letzten Moment des Schließens, wo der Metall-auf-Metall-Druck (unterstützt durch die Federkraft) eine dichte Abdichtung gewährleistet. Dieser Mechanismus verlängert die Lebensdauer der Dichtung im Dauerbetrieb auf 5–8 Jahre und reduziert den Bedarf an kostspieliger Wartung an Ventilen mit großem Durchmesser, für deren Zugang Spezialausrüstung erforderlich ist, drastisch.
Die Hartdichtung Stellite 6 ist speziell auf die Anforderungen von DN1400-Ventilen zugeschnitten und bietet unübertroffene Langlebigkeit in Umgebungen mit hohem Durchfluss und mittlerem Druck. Im Gegensatz zu Weichdichtungen, die unter der Strömungsgeschwindigkeit und der potenziellen Partikelbelastung in Rohrleitungen mit großem Durchmesser verschleißen, behält Stellite 6 seine Härte und Dichtigkeit bis zu 425 °C bei. In kommunalen Wasserverteilungsleitungen beispielsweise widersteht die Hartdichtung dem Abrieb durch Schwebstoffe (z. B. Sand, Sedimente), die Weichdichtungen schnell beschädigen würden, und gewährleistet so jahrelange Dichtheit.
Die robuste Dichtung gewährleistet die Leckageklasse IV nach ANSI/FCI – eine entscheidende Spezifikation für Ventile mit großem Durchmesser, bei denen selbst geringfügige Leckagen zu erheblichen Medienverlusten führen können. Im Kühlwassersystem eines Kraftwerks verhindert diese Dichtungsklasse den täglichen Verlust von Tausenden Litern Wasser und trägt so zu Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz bei.
WCB-Kohlenstoffstahl ist das ideale Material für DN1400-Ventile, da er Festigkeit, Schweißbarkeit und Wirtschaftlichkeit optimal vereint. Ventilkörper mit großem Durchmesser erfordern ein Material, das der mechanischen Belastung durch Medien mit hohem Durchfluss (z. B. Druckstöße in Rohrleitungen) und dem Eigengewicht des Ventils standhält. Die Zugfestigkeit und Duktilität von WCB verhindern Sprödbrüche, während die Schweißbarkeit Modifikationen oder Reparaturen vor Ort ermöglicht – ein entscheidender Vorteil bei großen Ventilen, die schwer zu transportieren und auszutauschen sind.
Das Ventilgehäuse wird im Sandgussverfahren hergestellt, das für Bauteile mit großem Durchmesser optimiert ist, um eine gleichmäßige Wandstärke (mindestens 30 mm für DN1400 Klasse 150) zu gewährleisten und innere Defekte zu vermeiden. Die Wärmebehandlung nach dem Gießen (Normalisieren) baut innere Spannungen ab, verhindert Verformungen im Betrieb und erhält die Maßgenauigkeit für eine einwandfreie Abdichtung.
Die manuelle Betätigung eines DN1400-Ventils ist nur mit einem Schneckengetriebeantrieb möglich, der durch die Getriebeuntersetzung das benötigte Drehmoment reduziert. Ohne diese Funktion wären zum Öffnen und Schließen des Ventils mehrere Antriebe oder Spezialgeräte erforderlich. Die robuste Konstruktion des Schneckengetriebeantriebs (Gehäuse aus Gusseisen, präzisionsgefertigte Zahnräder) gewährleistet einen reibungslosen Betrieb auch nach jahrelangem Einsatz bei minimalem Wartungsaufwand (nur jährliche Schmierung).
Für automatisierte Systeme ermöglicht das modulare Design des Ventils die Integration mit pneumatischen oder elektrischen Stellantrieben mit hohem Drehmoment. Pneumatische Stellantriebe eignen sich ideal für Anwendungen mit hoher Zyklusfrequenz (z. B. Kläranlagen), während elektrische Stellantriebe mit 4–20 mA Steuersignalen eine präzise Durchflussregelung in Kraftwerkskühlsystemen ermöglichen und sich nahtlos in SCADA-Systeme integrieren lassen.
Flanschverbindungen (ANSI B16.5) sind für DN1400-Ventile unerlässlich und gewährleisten eine sichere, leckagefreie Verbindung, die dem Druck und den Vibrationen von Rohrleitungen mit großem Durchmesser standhält. Die Durchgangsverschraubung sorgt für eine gleichmäßige Klemmung des Ventils zwischen den Rohrleitungsflanschen und verhindert so Fehlausrichtungen, die zu Leckagen führen könnten. Bei Nachrüstungsprojekten gewährleistet die Flanschverbindung die Kompatibilität mit bestehenden ANSI-Standard-Rohrleitungen und macht teure Adapterstücke überflüssig.
Bei kommunalen Wasserleitungen vereinfacht die Flanschkonstruktion die Installation mit Standard-Rohrleitungsbaugeräten und reduziert so Ausfallzeiten bei Systemmodernisierungen. Der Flansch mit erhöhter Dichtfläche (RF) in Kombination mit Spiralwickeldichtungen sorgt für eine robuste Abdichtung, die den in Wasserverteilungssystemen üblichen zyklischen Druckschwankungen standhält.
- RohstoffverifizierungWCB-Kohlenstoffstahl-Knüppel werden strengen Prüfungen unterzogen, um die Einhaltung der ASTM A216 sicherzustellen. Die Spektralanalyse bestätigt die chemische Zusammensetzung (C: 0.25–0.35 %, Mn: 0.60–1.00 %), während die Ultraschallprüfung (UT) innere Defekte (Porosität, Risse) aufdeckt, die die strukturelle Integrität von Bauteilen mit großem Durchmesser beeinträchtigen könnten.
- Prüfung von HartauftragsmaterialienDie Legierung Stellite 6 wird auf ihre chemische Zusammensetzung (Co: 50–60 %, Cr: 25–30 %) mittels Röntgenfluoreszenzanalyse (RFA) und ihre Härte (≥58 HRC) mittels Rockwell-Test geprüft, um sicherzustellen, dass die Verschleißfestigkeit den Industriestandards entspricht.
- CastingDas Ventilgehäuse und der Ventilteller DN1400 werden im Sandgussverfahren unter Verwendung präziser Modelle hergestellt, um Maßgenauigkeit zu gewährleisten. Die Formkonstruktion beinhaltet Steiger, um Lunker in dickwandigen Bereichen (z. B. Flanschbereichen) zu vermeiden. Die Gussteile werden durch Kugelstrahlen gereinigt, um Zunder und Oberflächenverunreinigungen zu entfernen.
- WärmebehandlungGussteile werden normalisiert (900–950 °C, luftgekühlt), um innere Spannungen abzubauen und die mechanischen Eigenschaften zu verbessern. Dieser Schritt ist besonders wichtig für Bauteile mit großem Durchmesser, da verbleibende Spannungen zu Verzug bei der Bearbeitung oder im Betrieb führen können.
- MaschinenbearbeitungCNC-Fräs- und Drehzentren bearbeiten Ventilkörper, Ventilscheibe und Flanschflächen präzisionsgefertigt. Die dreifach exzentrische Geometrie wird mit einer Toleranz von ±0.05 mm bearbeitet, um ein korrektes Abheben der Ventilscheibe vom Ventilsitz zu gewährleisten. Die Flanschflächen werden mit einer Ebenheitstoleranz von ≤0.05 mm/m und einer Oberflächenrauheit Ra ≤3.2 μm für optimalen Dichtungssitz bearbeitet.
- AuftragschweißenStellite 6 wird mittels Plasma-Lichtbogen-Schweißen (PTA) auf die Dichtflächen von Scheibe und Sitz aufgebracht. Der Prozess ist automatisiert, um eine gleichmäßige Schichtdicke (3–5 mm) und einen minimalen Wärmeeintrag zu gewährleisten und so Verformungen von Bauteilen mit großem Durchmesser zu vermeiden.
- KonfektionierungDie hartbeschichteten Oberflächen werden präzisionsgeschliffen und geläppt, um eine Oberflächenrauheit von Ra ≤ 0.8 μm zu erreichen und so einen gleichmäßigen Kontakt zwischen Scheibe und Sitz zu gewährleisten. Dieser Schritt wird durch eine Kontaktmusterprüfung (Bläuen) verifiziert, um einen Dichtungskontakt von ≥ 95 % zu bestätigen.
- KomponentenbaugruppeDie Ventilscheibe, die Spindel, das Schneckengetriebe und die Dichtungskomponenten werden in einem separaten Montagebereich für Ventile mit großem Durchmesser montiert. Die Spindel wird so ausgerichtet, dass der axiale Rundlauf ≤ 0.05 mm beträgt und ein Blockieren im Betrieb verhindert wird. Das Schneckengetriebe ist mit Hochtemperaturfett geschmiert, um die Reibung zu reduzieren.
- Hydrostatische PrüfungDas Ventil wird einer Gehäuseprüfung bei 1.5-fachem Nenndruck der Klasse 150 (3.0 MPa) und einer Sitzprüfung bei 1.1-fachem Nenndruck (2.2 MPa) unterzogen. Die Haltezeit beträgt jeweils 30 Minuten. Leckagen, Kondensation und Verformungen sind nicht zulässig. Die Prüfungen werden mittels Manometern und Sichtprüfung dokumentiert.
- BetriebsprüfungDas Ventil wird 100 Mal betätigt, um einen reibungslosen Betrieb und ein gleichbleibendes Drehmoment zu gewährleisten. Der Schneckengetriebeantrieb wird getestet, um sicherzustellen, dass er das Ventil innerhalb von 50–60 Umdrehungen vollständig öffnen/schließen kann – ein praktischer Grenzwert für die manuelle Bedienung.
- Zerstörungsfreie Prüfung (ZfP)Kritische Schweißnähte (z. B. Karosserie-Motorhauben-Verbindungen) werden einer Magnetpulverprüfung (MPI) unterzogen, um Oberflächenrisse zu erkennen. Große Gussteile werden mittels Ultraschallprüfung (UT) auf innere Integrität geprüft.
- Visuelle InspektionDas Ventil wird auf Oberflächenfehler, korrekte Kennzeichnung (Größe, Druckstufe, Material, Seriennummer) und Übereinstimmung mit ASME B16.34 geprüft.
- DokumentationJedem Ventil liegen ein Materialprüfbericht (MTR) für WCB-Stahl, ein Bericht über die hydrostatische Prüfung sowie Konformitätszertifikate (API 609, ISO 9001) bei.